Entfremdung

Konsum und Leistung greifen ineinander wie ein leiser Kreislauf einer, der uns unbemerkt in Abhängigkeiten führt. Schritt für Schritt entfernen wir uns von uns selbst, vom Spüren, vom Fühlen. Stattdessen beginnen wir zu funktionieren. Alles muss richtig sein, alles muss halten. Denn wenn nicht, droht das Gefühl zu scheitern als würde das ganze System sonst zusammenbrechen.

Die einfachen Dinge, die uns nähren jene, die wir im Lärm des „Mehr“ und „Schneller“ aus den Augen verloren haben, sind manchmal die kostbarsten, die uns wieder daran erinnern, dass wir das Leben spielerisch und liebevoll gestalten können.

Dieses ständige Streben nach mehr, mehr Wissen, mehr Können, mehr Nachweisen, wurde bei mir zu einem inneren Druck. Und irgendwann entstand die Überzeugung: Erst wenn ich all das erreicht habe, bin ich wertvoll, erst dann bin ich genug.

Für mich ist es ein nie endender Prozess, mir immer wieder bewusst Wertschätzung und Bescheidenheit ins Herz zu holen um zu erkennen, dass unser blosses Dasein bereits ein Geschenk ist. Ohne Bedingungen. Ohne Leistung. Ohne Rollen und Zuschreibungen.

Einfach so.

Ein Dasein, was mir mit anderen Mitmenschen teilen.

Und doch ist genau das manchmal gar nicht so leicht zu sehen und noch weniger zu fühlen.